Feuerwehr-Austausch über Grenzen hinweg: Delegation aus Swakopmund zu Gast in Gießen
Eine Woche lang war eine Delegation der Feuerwehr Swakopmund aus Namibia zu Gast bei der Feuerwehr Gießen. Im Mittelpunkt stand der fachliche Austausch rund um Brandschutz, Gefahrenabwehr und die tägliche Arbeit von Feuerwehr und Rettungsorganisationen.
Der Besuch fand im Rahmen der bestehenden Projektpartnerschaft zwischen den Städten Gießen und Swakopmund statt. Bainga Matengu, Leiter der Feuerwehr und seine Mitarbeiterin Christofina Uises erhielten dabei vielfältige Einblicke in die Arbeit der deutschen Blaulichtorganisationen.
Das Programm wurde von den Gießener Organisatoren Tobias Hennemuth und Johannes Kaus abwechslungsreich gestaltet. Neben einer ausführlichen Einweisung in das Gefahrenabwehrzentrum und den Einblicken in die Arbeit der Berufsfeuerwehr Gießen, stand für die beiden Gäste auch der Dienst in der Wachabteilung und die Teilnahme an Einsätzen im Stadtgebiet auf dem Programm. Darüber hinaus wurde eine vielseitige theoretische und praktische Ausbildung aus den Bereichen Atemschutz, Notfalltüröffnung, technische Unfallrettung sowie Drohneneinsatz bei der Feuerwehr ausgearbeitet und durchgeführt. Weiterhin wurden mit einer Rettungswache und dem Katastrophenschutzlager des Deutschen Roten Kreuzes sowie dem Luftrettungszentrum der Johanniter weitere Hilfsorganisationen präsentiert. Die beiden Gäste zeigten sich von der großen Bandbreite der deutschen Organisation des Brandschutzes, des Rettungswesens und der allgemeinen Hilfeleistung beeindruckt. Ein Tagesausflug nach Frankfurt zum dortigen Trainingszentrum der Feuerwehr, als größte Feuerwehr in Hessen gehörte ebenfalls zu den Inhalten des Austauschs. Zudem erhielten die Gäste eine Führung durch das Gießener Rathaus und den Botanischen Garten und konnten verschiedene Entwicklungen im Museum für Gießen und dem Makerspace Gießen unter die Lupe nehmen, um einen Eindruck von der Projektpartnerstadt Gießen zu erhalten. So blieb neben dem straffen technischen Ablauf auch Zeit für den persönlichen Austausch und gemeinsame Aktivitäten. Auch ein offizielles Begrüßungsessen sowie ein Besuch Frankfurts mit einem Blick vom Maintower gehörten zum Programm.
Beim abschließenden Feedbackgespräch wurde deutlich: Feuerwehrarbeit verbindet – über Ländergrenzen hinweg. Die grundlegenden Aufgaben und Herausforderungen ähneln sich, gleichzeitig gibt es deutliche Unterschiede bei Ausstattung, Personal und den jeweiligen Strukturen. Gerade daraus können beide Seiten wertvolle Erfahrungen mitnehmen.
Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher zeigte sich erfreut über den gelungenen Austausch: „Schön, dass nach einigen anderen Verwaltungsdelegationen nun auch ein Austausch bei den Feuerwehren stattfindet. Der Auftrag der Feuerwehr unterscheidet sich in beiden Städten nur geringfügig. Jedoch unterscheidet sich die Organisation der Einheiten doch deutlich voneinander. Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften weiter auszubauen und voneinander zu lernen – letztlich zum Vorteil der Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten.“
Der Austausch geht weiter: Für das Jahr 2027 ist bereits ein Gegenbesuch von Gießener Feuerwehrpersonal in Namibia geplant.